Gestalttherapie

Bewusst leben

Gestalt hängt dem Wort nach mit gestalten zusammen, das heißt: etwas in Form bringen, ihm Struktur geben, aber auch Bedeutung und Sinn verleihen. Tatsächlich geht es der Gestalttherapie in erster Linie darum, wie wir unser Leben gestalten können, besonders dann, wenn wir in Schwierigkeiten stecken.

Für die Gestalttherapie ist eine Gestalt immer etwas, das sich uns zeigt, das wir in irgend einer Form an uns selbst oder an anderen wahrnehmen können und mit therapeutischer Unterstützung hoffentlich immer besser wahrnehmen. Selbst einfache Dinge wie unsere Körperhaltung, eine Bewegung, ein Gefühl, der Gesichtsausdruck, der Klang unserer Stimme, die Wahl der Worte und vieles andere mehr können – genau betrachtet – zu wertvollen Erkenntnissen führen.

Deswegen fördert der Gestalttherapeut die sinnliche Wahrnehmung des Klienten, um ihm zu helfen, sich selbst bewusster zu erleben und auf diesem Weg seine inneren Blockaden aber auch seine verborgenen Ressourcen zu entdecken.

Persönlich wachsen

Die Gestalttherapie betrachtet den Menschen in all seinen Dimensionen: körperlich, emotional, intellektuell, sozial, spirituell, und immer vor dem Hintergrund des Lebensraumes, der ihn umgibt, einschließlich der Menschen, mit denen er zusammen lebt.

Als Psychotherapeut werde ich selbst Teil der Umgebung meiner Klienten. Ich betrachte mein Gegenüber nicht als Objekt mit Krankheitssymptomen, sondern wertschätzend als Person, als „Du“ im Sinne Martin Bubers, mit dem ich in einen Dialog eintrete, der im Fortlauf der Therapie an Vertrauen und Tiefe gewinnen möge.

Meine aufmerksame Anwesenheit und meine Interventionen sollen Möglichkeiten schaffen für neue Erfahrungen und persönliches Wachstum.

In Kontakt kommen

Die Gestalttherapie interessiert sich besonders für den Kontakt, oder genauer: die Art und Weise, wie wir mit uns selbst und mit unserer Umgebung in Beziehung treten.

Die Gestalttherapie schlägt vor, nicht so sehr nach den Ursachen von Schwierigkeiten zu suchen, als vielmehr neugierig und aufmerksam auf unser Leben zu schauen, zu erforschen, wie wir mit unserer Umwelt in Austausch sind, was diesen Austausch fördert und was uns möglicherweise dabei behindert.

In Beziehung treten

Die Gestalttherapie wird gelegentlich Therapie in Bewegung genannt. Die Metapher erinnert an einen Fluss, dem es vor allem darauf ankommt, seine Strömung zu bewahren. Herauszufinden, warum er überhaupt fließt, interessiert ihn wenig.

Das Wie ist für den Gestalttherapeuten wichtiger als das Warum, das Hier und Jetzt interessanter als die Vergangenheit, die Suche nach dem Sinn wertvoller als die intellektuelle Erklärung, die meist wenig nützt. Lebendig und in Bewegung bleiben ist das oberste Ziel. Dann können auch überraschende Veränderungen passieren.

Zukunft gestalten

Die Gestalttherapie lädt den Klienten ein, auf kreative Art und Weise Kurskorrekturen in seinem Leben vorzunehmen und dabei stärker als in der Vergangenheit seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu berücksichtigen, wie auch jene seiner Umgebung.

Ziel ist es, die Fähigkeit wieder zu gewinnen, möglichst frei zu wählen und autonom sein Leben zu gestalten. Die Gestalttherapie wird daher manchmal auch als Therapie der Verantwortung bezeichnet, was an ihre existenziellen Wurzeln erinnert.

Die Verantwortlichkeit für die eigene Person steht im Mittelpunkt. Wer einmal seine immer wiederkehrenden Verhaltensmuster und seine Blockaden entdeckt hat, ist eingeladen, diese mutig zu durchbrechen und neue Entscheidungen für seine Zukunft zu treffen. Um mit Jean-Paul Sartre zu sprechen:

„Was machst du nun aus dem, was man aus dir gemacht hat?“